Die Zuckerdose als Symbol der Tischkultur

Zu einem Kaffee-Service gehört die Zuckerdose - auch heute noch, obwohl dem Zucker ungerechtfertigterweise das Odium des Ungesunden anhaftet und loser Zucker oder Würfelzucker heutzutage vom Zucker in (bunten) Papiertütchen oder von der Süßstoff-Pille bedrängt wird. Es gab Zeiten, in denen Zucker ein kostbares Gut war. Nur Wohlhabende konnten sich das aus Rohrzucker gewonnene "süße Kristall" leisten. Das änderte sich, als die Zuckerraffinade aus Rüben erfunden wurde. Zucker wurde zur Massenware. Im Deutschen Dosen-Museum sind die Zuckerdosen ein Symbol für die deutsche und europäische Tischkultur. Es ist unmöglich, alle Kaffee-Services auszustellen, die jemals hergestellt worden sind. Dann müßte man den Raum von zehn Fußballfeldern und mehr zur Verfügung haben. Aber da zu jedem Service nun einmal die Zuckerdose gehört, vermitteln die großen Bestände des Deutschen Dosen-Museums einen guten Überblick über die Stilrichtungen, die die Kaffee-Services der bekannten Porzellan-Manufakturen in zweihundert Jahren durchlaufen haben. Und noch eines wird klar: Viele Zuckerdosen tragen auf der Unterseite die Marken von einstmals bekannten oder sogar berühmten Manufakturen, die heute nicht mehr bestehen. So läßt sich mit den Zuckerdosen auch darstellen, dass ein einstmals wichtiger Industriezweig mit etwa 60 Herstellern auf einmal auf eine Handvoll abgeschmolzen ist.