| Die Dame der Gesellschaft trug eine zierliche Zigarettendose in ihrem Täschchen, der Herr eine größere aus Silber oder sogar aus Gold in seiner Jackentasche. Auch Normalbürger ließen sich ein Monogramm in die Dosen eingravieren, höhere Herrschaften beispielsweise eine ganze Wald- und Wildszene (siehe Foto) auf eine emaillierte Dose malen. Die Zigarette war ab 1900 über Jahrzehnte Kult. Man widmete ihr Schlager. Kein Film, in dem nicht der Hauptdarsteller lässig eine Zigarette zwischen Mittel- und Zeigefinger gehalten und eine Filmdiva verführerisch den Rauch durch eine lange Zigarettenspitze einsogen hätte. Zwischen 1945 und 1948 war die Zigarette auch ein Tausch- und Zahlungsmittel. Um die zwanzig Zigarettenfabriken stillten in Deutschland den Bedarf, viele von ihnen brachten Zigarettendosen aus Blech auf den Markt - oft bunt bedruckt mit orientalischen Motiven. Solche Dosen sind heute beliebte Sammlerobjekte. Das Deutsche Dosen-Museum besitzt eine große Sammlung von Zigarettendosen. |