Hier zeigen wir einige Pretiosen unserer Sammlung

Die Pretiose (auch "Preziose" geschrieben) ist eine kleine Kostbarkeit, beispielsweise ein Schmuckstück. Auch Dosen können Pretiosen sein. Der Wert einer Pretiose hängt selten allein vom Material ab, aus der sie gefertigt wurde. Wichtiger ist die handwerkliche oder künstlerische Verabeitung, die Seltenheit und das Alter. Und ins Spiel kommt auch der Liebhaberwert. Ein relativ unscheinbares Medaillon, von Friederike Brion (Jugendliebe von Goethe) getragen, wird einen hohen Liebhaberwert haben und den eines einkarätigen Brillantrings möglicherweise übersteigen. Ein Museum präzisiert den Wert der einzelnen Objekte für die Versicherung, nicht für die Öffentlichkeit. So halten wir es auch. Da in unserer materialistischen Zeit fast immer nach dem Preis oder dem Wert gefragt wird, wollen wir einige Pretiosen zeigen - auch aus dem fünfstelligen Bereich. Wir überlassen es dem User, die Werte zu schätzen.
Dose Meissen,
19. Jahrhundert
feinste Lupenmalerei
Dose Deutschland
um 1890, feinste
Porzellanmacherkunst
Puderdose aus Frankreich
Papier auf Pappe,
Paris um 1925
Bei diesen drei oben gezeigten Dosen schwanken die Werte erheblich. Die Puderdose aus floral bedrucktem Papier, in Handarbeit auf Pappe geklebt, gewinnt ihren Wert natürlich nicht aus dem Material und auch nicht aus der Verarbeitung, sondern aus ihrer Seltenheit. Für Porzellan aus Meißen gibt es seit Jahrzehnten einen Sammlermarkt, seltene Stücke werden fünfstellig gehandelt.
Zigarettendose
aus massivem Gold,
mit russischem Doppeladler,
aus Adelsbesitz, ca. 1910
Zigarettendose emailliertes
Silber, ca. 1910,
mit gemalter Jagdszene
Dose aus massivem Silber
mit Karneol, Meisterarbeit
aus Deutschland, ca. 1850
Wenn es nur nach dem Materialwert allein ginge, hat die massiv goldene Zigarettendose (links) einen 5-stelligen Wert. Der Sammlerwert kommt dann noch hinzu. Die Dose wird wohl einem russischen Adeligen gehört haben, wie sie zu dutzenden die Spielbanken an der Riviera bevölkerten. Die Zigarettendose aus Silber mit den auf Emaille gemalten Jagdszenen (Mitte) dürfte auch einem Adeligen oder Industriellen zuzuordnen sein, dessen Steckenpferd das Waidwerk war. Die Dose entstand zwischen 1900 und 1910. Die Dose aus massivem Silber, verziert mit einem Halbedelstein, konnte sich um 1850 auch das gehobene Bürgertum leisten und stand dann - gefüllt mit Konfekt - als Prunkstück auf dem Kaffeetisch.
Zigarettendose ca. 1910,
mit dem Bild von Prinz Heinrich, Sohn des letzten deutschen Kaisers
Glasdose, handbemalt,
mit Messingmontierung,
Italien um 1965
Dose für Knöpfe, mit Miniatur, Geschenk um 1880 für eine Dame, Messingblech vergoldet
Keine der drei oben gezeigten Dosen hat einen Materialwert. Die Zigarettendose mit dem Bild des "Erfinders" der Prinz-Heinrich-Mütze gewinnt ihren Wert aus der Rarität. Die handbemalte Glasdose ist nicht wertlos, aber "nur" ein gehobenes Geschenk für Mitbürger, die sich gerne etwas Goldenes in die Vitrine stellen. Die Dose für Nähutensilien gewinnt ihren Wert aus der handwerklichen Arbeit. Gleichzeitig ist sie Zeitzeugnis einer Epoche, als die Dame des Hauses Dienstmädchen befehligte und allenfalls kleinere Näharbeiten selbst erledigte.