Die Dosen für die wertvolle "gute Butter"

Die Arbeiterfamilie um 1900 konnte sich keine "gute Butter" leisten - und wenn, dann kam sie sogleich in ein "kühles" Gefäß, nämlich in eine Butterdose aus Keramik, Porzellan oder aus Glas. Je dickwandiger, desto besser bewahrte die Dose die Butter davor, ranzig zu werden - denn Kühlschränke kannte man vor 100 Jahren noch nicht. Die Butter, wie wir sie auch heute kaufen, war schon immer rechteckig, dementsprechend sind Butterdosen seit Generationen rechteckig - aber nicht nur! Der Kaufmann im Tante-Emma-Laden bot auch Rollenbutter an und schnitt davon Scheiben ab - 100 g oder 150 g, je nachdem, was die Kundin sich leisten konnte. Und solch eine "Scheibe" Butter kam dann in runde Butterdosen, wie man sie auch auf diesem Foto sieht. Über Jahrzehnte konnten sich Arbeiterfamilien nur Margarine leisten. Mit der machte man nicht viel Aufhebens - Margarinedosen aus Keramik oder Porzellan gab und gibt es bis heute nicht. Aber die wertvolle, weil teure "gute Butter", die wurde und wird auch heute noch in Butterdosen aufbewahrt. Das Deutsche Dosen-Museum besitzt viele dutzend Butterdosen aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlichen Stilrichtungen, darunter natürlich auch aus modernen Materialien und in Design-Varianten, siehe oben links in Schiffsform mit einem Buttermesser im Schornstein.