Bonbonnieren oder die Konfektdosen

An Fürsten- und Königshöfen, aber auch in Patrizierhäusern bat man zum Kaffee, aber auch "heiße Chokolade" wurde gereicht. Junggesellen lud man zum Kaffee ein, um diese "zwanglos" mit heiratswilligen Töchtern bekannt
zu machen. Und zum Kaffee oder zur Tasse Schokolade wurde Konfekt gereicht. Das kam nicht aus dem luftdicht verschlossenen Pralinenkarton, sondern aus der Patisserie oder aus der Schloßküche. Dieses Konfekt aus karamelisiertem Zucker, aus Schokolade, Nougat oder Marzipan wurde in Konfektdosen aufbewahrt. Da man sich jahrhundertelang darin gefiel, zumindest bröckchenweise französisch zu reden, sprach man lieber von Bonbonnieren, statt von Konfektdosen. Bonbonnieren werden bis auf den heutigen Tag nach altem Muster oder in modernem bis avantagrdistischem Stil produziert. Einen Gebrauchsnutzen haben sie längst nicht mehr. Sie wurden zu reinen Deko-Objekten im Vitrinenschrank. Alte Bonbonnieren (rechts unten eine Meißen-Bonbonniere, reich verziert mit Lupenmalerei) erzielen auf Auktionen vier- bis fünfstellige Preise. Moderne Bonbonnieren der bekannten Porzellanmanufakturen haben dreistellige Ladenpreise. Das Deutsche Dosen-Museum besitzt Bonbonnieren aus allen Epochen.